Stalin vs. Hitler – eine zweifelhaft Rezeptionsgeschichte?

Comic von Alexey Lipatov (Rus/ 2000)
Comic von Alexey Lipatov (Rus/ 2000)

Im Folgenden sehen wir einen kleinen Ausschnitt aus einer Comic-Strip-Auseinandersetzung zwischen Hitler und Stalin, die ursprünglich von Alexey Lipatov (Rus) gezeichnet, ungefähr 5 Jahre später ins Englische übersetzt und anschließend von Thomas Silbey und John Lunney endgültig in Fassung gebracht wurde. Historisch betrachtet, spielt die Situation wohl ungefähr nach dem deutschen Bruch des Hitler-Stalin-Paktes (1939) und dem damit verbundenen Krieg Deutschlands gegen die Sowjetunion (1940). Im Zentrum der Geschichte steht Stalin, der Hitler nach seinem vermeintlichen Verrat töten will. Dieser versucht nach kurzer Auseinandersetzung mit einem Flugzeug in Richtung Argentinien zu entfliehen, was ihm allerdings nicht vollends gelingt.

Insgesamt betrachtet, bin ich mir ehrlichgesagt selbst nicht ganz sicher, was ich von diesem Comic-Strip halten soll. Ist er jetzt geschmacklos oder großartig? Darf man Hitler und Stalin so abbilden, oder sollten wir mehr Geschichtsbewusstsein aufbringen? Ich denke in Zeiten knoop’scher Nazinovelas,  die Hitler als einen kaum fassbaren Menschen darstellen und damit auch ein stückweit glorifizieren, könnte eine derartige Darstellung (methodisch richtig eingesetzt und kritisch reflektiert!!!) im Unterricht mal eine Alternative darstellen. Vielleicht eine Art Entzauberung? Was meint ihr? Ich wäre auf Eure Einschätzung gespannt…

Ausschnitt....
Ausschnitt...

©2001, comics.aha.ru

via johnl.org

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Unterricht, Unterrichtsideen, Unterrichtsmaterial und getaggt als , , . Fügen Sie den permalink zu Ihren Favoriten hinzu.

2 Responses to Stalin vs. Hitler – eine zweifelhaft Rezeptionsgeschichte?

  1. Nicole Tröger sagt:

    Ich persönlich würde den Comic nicht im Unterricht zeigen, weil mir das hier zu viel Glorifizierung wär. Hitler und Stalin als Superschurken? Zwei Superhelden, denen es nur um ihre persönliche Beziehung geht? Das greift mir zu kurz. Schließlich ist da durchaus noch ne Rahmenhandlung…
    Was man allerdings machen könnte: Im LK die Rezeptionsgeschichte des Hitler-Stalin-Paktes untersuchen und mehrere (an sich vielleicht zweifelhafte) Quellen gegenüberstellen. Neulich gab’s z.B. einen Spiegel-Titel zum gleichen Thema:
    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-78954475.html

    • Herr Rein sagt:

      Ich teile Deine Meinung. Eine mögliche Glorifizierung als Superschurken wäre natürlich katastrophal unreflektiert. Also maximal im Leistungskurs. Die Idee mit der Rezeptionsgeschichte des Hitler-Stalin-Paktes ist gut, passt aber leider nicht mehr in meine momentane Lehrprobenplanung 🙂

      Vllt könnte man sich im Unterricht (LK) auch mit mehreren Darstellungsweisen Hitlers auseinandersetzen und anschließend dann die Fragen diskutieren, welches Bild jeweils transportiert wird und welches Bild wir heute von Hitler eigentlich haben sollten. Ein weiterer Anknüpfungspunkt wäre beispielsweise dieses Bild: http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/fazit/939270/bilder/image_main/

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.